Beschreibung
Der tiefere Symbolgehalt der Rosenkranzbilder von Carl Kögel soll hier an einigen Beispielen aufgezeigt werden: In allen Bildern trägt Maria ein blaues Gewand. Dies ist ein klassisches Merkmal der Himmelskönigin. Die Israeliten hüllten die Thorarolle in wertvolle blaue Tücher. So wie diese das Wort Gottes in der Thorarolle bargen, so birgt der blaue Mantel das göttliche Kind in Maria. Die Farbe Grün steht für den Frühling, Neubeginn, Hoffnung, Neues Testament, Erlösung. Sie taucht ebenfalls in allen fünf Bildern auf. In den beiden ersten Bildern steht ein grüner Vorhang im Hintergrund für die Hoffnung auf Erlösung durch den Neuen Bund. Es ist aber auch ein Hinweis auf den Vorhang im Tempel zu Jerusalem, der beim Tod Jesu zerreißen wird, als Zeichen, dass sich Gott geoffenbart hat. Der offenstehende Vorhang des Alkovens im ersten Bild bezeichnet die Keuschheit Marias. Die Bettstatt ist offen, es verbirgt sich kein Mann darin. Die Lilie im Vordergrund ist Symbol der Reinheit. Augenfällig ist der Strahl aus dem oberen Heiligenschein um Gottvater, der von der Taube ausgeht auf Maria, eine Allegorie auf die Empfängnis durch den Heiligen Geist. An den Physiognomien einiger Personen in den Rosenkranzbildern können Neuenahrer Bürger erkannt werden, die Modell gestanden haben. Bei dem letzten Bild ganz rechts, „der zwölfjährige Jesus im Tempel”, diente zum Beispiel ein junges Mädchen, Katharina Ley, als Modell.