10 .1 | Historische Hintergründe zur Seeschlacht von Lepanto

Beschreibung

1570 wurde die von der Republik Venedig kontrollierte Insel Zypern durch die Osmanen erobert. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses suchten die christlichen Mächte auf Vermittlung des Papstes Pius V. die direkte Konfrontation mit dem Osmanischen Reich im östlichen Mittelmeer.
Bis September 1571 versammelte sich die Flotte der christlichen Liga unter dem Oberbefehl von Don Juan d'Austria im Hafen von Messina. Von insgesamt 213 Schiffen stellten die Venezianer mit 105 Galeeren das größte Kontingent.
Nach dem gemeldeten Anmarsch der christlichen Flotte zog sich die osmanische Flotte über die Bucht von Lepanto (dem heutigen Naupaktos) in den Golf zurück und versammelte 255 Galeeren, mit rund 80.000 Mann Besatzung (davon 34.000 Soldaten) an Bord. Am 07. Oktober 1571 fand dann die größte Galeerenseeschlacht aller Zeiten im Golf von Korinth statt.
Nach fünfeinhalb Stunden Kampf war die Schlacht für die Heilige Liga gewonnen. 117 feindliche Galeeren waren erbeutet, mehr als 30.000 gegnerische Soldaten getötet worden. Die osmanische Flotte setzte 30 ihrer Schiffe selbst auf Grund, über 60 weitere wurden versenkt. 12.000 christliche Rudersklaven wurden aus den eroberten Galeeren befreit. Damit war der Nimbus der Unbesiegbarkeit der osmanischen Mittelmeerflotte gebrochen.
Die Schlacht vor Lepanto führte zu einer Bereinigung der Einflusssphären im Mittelmeer. Die Osmanen beschränkten sich danach auf die Sicherung ihrer Vormachtstellung im östlichen Teil.