1 .3 | Patrozinium „Maria Rosenkranzkönigin“

Beschreibung

Ursprünglich sind Patrozinien katholischer Kirchen nach Heiligen benannt: etwa St. Willibrord, St. Peter oder Hl. Maria. In der Erbauungszeit der Rosenkranzkirche werden jedoch vermehrt Kirchen nach Themen benannt, wie Mariä Himmelfahrt, Herz Jesu oder Fronleichnam.
Dies ist Papst Leo XIII zu verdanken, der die katholische Kirche von 1878 bis 1903 leitete. Er förderte eine ausgeprägte Volksfrömmigkeit, wie die Herz-Jesu-Verehrung oder das Rosenkranzgebet. Papst Leo sah in Maria vor allem eine Mittlerin, die zu Jesus führt. Jeder Gläubige solle die „Marienverehrung zu seiner liebsten und teuersten Angelegenheit machen“, verkündete er. Der Rosenkranz wird in seinem Pontifikat zum Maßstab des Katholischseins.
Zugleich war Leo XIII ein hochpolitischer Papst, der die Not der Menschen sah und die Folgen der Industrialisierung erkannte. Er begründete die katholische Soziallehre, prangerte in seiner Enzyklika „Rerum novarum“ die Ausbeutung der Arbeiter an und bezog Stellung zur Arbeiterfrage und zum Wert des Menschen.